Ein epochaler Schritt

Heute haben namhafte Priester und Laien (Wissenschaftler und Intellektuelle) eine „Correctio filialis de haeresibus propagatis“ veröffentlichen, mit der sie Papst Franziskus zurechtweisen. Sie werfen dem Papst vor, durch das nachsynodale Schreiben Amoris laetitia und weitere „Aussagen, Handlungen und Unterlassungen“ sieben Häresien verbreitet zu haben. Wie erst jetzt bekannt wurde, haben die 40 Erstunterzeichner die „Zurechtweisung wegen der Verbreitung von Häresien“ bereits am vergangenen 11. August dem Papst übermittelt. Da sie von Franziskus keine Antwort erhalten haben, sind sie heute damit an die Öffentlichkeit gegangen.

In dem ausführlichen Dokument begründen sie unter Verweis auf das Kirchenrecht, warum sie als gläubige und praktizierende Katholiken „das Recht und die Pflicht“ haben, eine solche Zurechtweisung an den Papst zu richten. Die Unterzeichner fordern darin „respektvoll“, daß Papst Franziskus „diese Häresien verurteilt, die er direkt oder indirekt vertreten hat“. Die eigentliche Zurechtweisung wurde auf Latein formuliert, weil das offizielle Sprache der Kirche ist.

In einem ausführlichen dritten Teil werden zwei Gründe für die „beispiellose Krise“ erörtert, die Franziskus durch „Amoris laetitia“ verursacht habe: der von der Kirche verurteilte, aber „seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts“ wieder aufgetreten „Modernismus“ und „der Einfluß der Ideen Martin Luthers auf Papst Franziskus“.